Berliner Luft- und Badeparadies (Blub)

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Willkommen im Blub! Obwohl hier schon seit Jahren niemand mehr schwimmen geht, steht doch vieles unter Wasser… Von 1985 bis 2005 empfing das Spaßbad unzählige Badegäste. Geschlossen wurde der Wasserbereich nachdem hygienische Missstände auffielen und sogar Ratten gesichtet wurden. Angeblich wurden bei spontanen Kontrollen besorgniserregend hohe Keimzahlen im Wasser nachgewiesen. Daraufhin sanken die Besucherzahlen ab und die Beschwerden stiegen an. Zahlreiche Maßnahmen konnten aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden und so blieb nur die Saunalandschaft geöffnet, die allerdings 2012 ebenfalls geschlossen wurde. online (11)

Mittlerweile bringen auch die besten Gestältungs- und Investitionspläne nichts mehr. Von dem ehemaligen Badeparadies ist rein gar nichts mehr übrig. Keine Wand steht mehr unbeschädigt, kein Fenster ist mehr intakt. Alles ist besprayt, zerspilttert, zerschlagen, zerbrochen oder niedergebrannt. Ich frage mich, wer Spaß daran hat, solche Orte zu zerstören. Und vorallem: W A R U M ?

online (10)Ich war als Kind mal mit der Schulklasse im Blub und habe heute kaum etwas wiedererkannt. Wirklich traurig. Es war trotzdem sehr beeindruckend alles zu erkunden. Trotz (oder gerade anhand) des Mülls, konnten wir gut erkennen welche Bereiche des Bads wir betreten haben. Sogar alte Pläne, Grundrisse und Akten lagen noch im Bürobereich herum. In der Küche findet man noch immer Speisekarten und Servietten, Teller und Besteck. Im Außenbereich stehen Liegestühle und im Lager liegen Chlorkanister.


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Auf das Gelände kommt man ganz easy peasy über den Parkplatz durch den Eingang. Das Dach des Eingangsbereiches ist zur Hälfte eingestürzt und die verbrannten und morschen Holzbalken liegen über das gesamte Gelände verteilt. Die Düsen der Whirlpools und ganze Whirlpoolwannen wurden herausgerissen, die Rutsche abmontiert und geklaut. In den Umkleiden und Saunen ist jede der schönen im Muster angeklebten Fliesen beschmiert oder zerschlagen. Den Kassenbereich konnte ich nicht mehr finden/identifizieren.

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Den besten Ausblick über das ehemalige Vergnügunsbad hat man vom Turm der Wasserrutsche aus. Ich weiß nicht, wie es in Zukunft sein wird, aber heute konnte man online (3)sicher und problemlos die Treppe hochgehen. Von oben konnten wir auch noch Teile der Wasserrutsche in den Büschen entdecken und eine kleine zerfallene Hütte am Rand des Geländes, zu dem wir allerdings danke der dichten Bewucherung nicht gelangen konnten. Auffällig ist, dass das Blub anscheinend unter Jugendlichen sehr beliebt ist. Überall sitzen kleine Menschengruppen, sie laufen über die Dächer, hören Musik, klettern in jede Ecke und verbringen dort ihren Tag. Das einzige, was uns nicht über den Weg gelaufen ist, war eine Ratte 😉


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Schwimmhalle Pankow

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Die Schwimmhalle in Pankow wurde 1971 als Ergänzung Freibads Pankow gebaut, damit Badegäste auch im Winter in Empfang genommen werden konnten. Neben einem 25m Schwimmbecken umfasste die Halle auch ein 12x8m großes Nichtschwimmerbecken und eine Sauna im Untergeschoss. Ein paar Jahre nachdem die Schwimmhalle von den Berliner Bäder Betrieben übernommen wurde, wurde sie (wie sollte es auch anders sein) geschlossen. Seitdem hat weder das Gebäude Pflege genossen, noch eines der Becken Wasser gesehen.


In die verlassene Schwimmhalle zu kommen, ist easy. Auto parken, Kamera auspacken, Straßenseite wechseln, durch die Tür gehen. Durch einen winzigen Vorraum gelangt man direkt in die Schwimmhalle und steht vor dem großen, leeren Becken. Obwohl alles total abgefuckt ist, beeindruckt es mich.awIMG_3943

 Die Fliesen der Wände und Becken sind hinter Schichten von schlechten Graffities versteckt, Fenster und Scheiben sind eingeschlagen, der Umkleidekabinen sind abgebaut. Im großen Becken hat jemand sein Fahrrad vergessen. Fragt mich nicht… Während des Fotografierens höre ich immer wieder dumpfe Geräusche von unten. Einbildung, denke ich mir. Ich gehe weiter zum Nichtschwimmerbecken, wieder ein dumpfes Geräusch. Habe ich eben jemanden Schreien gehört? Etwa zehn Minuten stehe ich regungslos da und lausche in die Stille. Nichts. Naja, wohl nur ein Streich meines genialen Geistes.. Vom vorderen awIMG_3949Teil des Badebereichs gelangt man in einen etwas größeren gefliesten Raum, in dem eine geflieste Erhebung steht. Muss wohl die Kasse gewesen sein. Von hier geht es weiter zu den Damenumkleiden und WCs. Wände aus zersplitterten Glassteinen trennen die kleinen Umkleideräume von dem Kassenbereich. Wieder ein Geräusch. Diesmal näher dran. Der Keller? Wenn man die Damenumkleiden durchquert, kommt man außerdem durch einen weiteren ähnlich aussehenden Bereich, der als Herrenumkleide gedient haben muss. awIMG_3945Dahinter folgt eine breite Treppe, die zur Sauna im Keller führen muss. Auf der Treppe liegen eine Menge Sperrmüll und Glasscherben. Keine Tür. Es ist dunkel, sehr dunkel. Ich überlege kurz, ob ich cool genug bin da runter zu gehen. Ich habe mich von Anfang an auf die Sauna gefreut. Ganz entschlossen ändere ich meine Kameraeinstellungen und packe mein Stativ ein – ich geh da runter!


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Gepuscht von Adrenalin und einem ziemlich ungesunden Selbstbewusstsein schaffe ich exakt zwei Stufen bevor ein Schrei von unten ertönt. Genau so schnell wie ich mich entschlossen habe hinabzusteigen, habe ich die Beine in der Hand und hetze zum Ausgang. Der Schrei kam aus unmittelbarer Nähe. Ein Männerschrei. Jetzt höre ich auch wieder dumpfe Geräusche, aber diesmal öfter hintereinander, lauter. Kommt es näher? Mir reichts, ich will hier weg! awIMG_3964An den Kabinen vorbei, durch den Kassenbereich, am großen Becken vorbei und durch die Tür. Ich hab das Gefühl mir sitzt etwas im Nacken, aber so oft ich mich auch umdrehe, ich sehe nichts und niemanden. Obwohl es draußen deutlich heller ist und mehrere Fußgänger unterwegs sind, will ich so schnell ich kann weg von der anscheinend nicht sehr verlassenen Schwimmhalle. Erst auf der Autobahn verlässt mich endlich das Verfolgungsgefühl und sogar jetzt beim Schreiben fühle ich meinen Puls wieder rasen. Wer oder was auch immer da unten war, hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Das gute daran? Ich habe den Entschluss gefasst, nicht mehr alleine auf Entdeckungstour zu gehen.

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